Das Wichtigste in Kürze
- Die Tympanometrie ist eine schmerzfreie Untersuchung, mit der der Zustand des Mittelohrs sowie die Beweglichkeit des Trommelfells überprüft werden.
- Sie wird häufig eingesetzt, um einen Paukenerguss zu erkennen und liefert wichtige Hinweise auf mögliche Funktionsstörungen im Mittelohr.
- Bei der Tympanometrie wird kein Hörtest durchgeführt, vielmehr misst das Verfahren die Schallübertragung und die Druckverhältnisse im Ohr.
- Die Untersuchung dauert nur wenige Minuten, ist gut verträglich und ergänzt andere Hörtests sinnvoll, um Ursachen für Hörprobleme besser einordnen zu können.
Was versteht man unter einer Tympanometrie?

Die Tympanometrie ist eine medizinische Untersuchungsmethode, mit der der Zustand des Mittelohrs beurteilt wird. Dabei überprüfen Fachärzte die Beweglichkeit des Trommelfells, der Paukenhöhle, auch Tympanum genannt, sowie der Gehörknöchelchen. Während der Untersuchung wird im Gehörgang gezielt Luftdruck aufgebaut und verändert, um die Reaktion des Trommelfells zu messen.
Bei der Tympanometrie handelt es sich um eine schmerzfreie Ohrdruckmessung, die häufig eingesetzt wird, um einen Paukenerguss festzustellen oder auszuschließen. Darüber hinaus liefert diese Untersuchung wichtige Hinweise auf den allgemeinen Zustand des Mittelohrs und auf die sogenannte Nachgiebigkeit, auch Compliance genannt, des Trommelfells. Um die Bedeutung der Trommelfell Compliance besser zu verstehen, ist es zunächst hilfreich, das Trommelfell selbst genauer zu betrachten.
Wann kommt die Tympanometrie typischerweise zum Einsatz?
Die Tympanometrie wird von HNO Ärzten besonders häufig eingesetzt, um einen sogenannten Paukenerguss zu erkennen. Ein solcher Erguss kann als Folge einer akuten Mittelohrentzündung, medizinisch Otitis media genannt, auftreten oder sich unabhängig davon entwickeln, ohne dass klassische Anzeichen einer Ohrinfektion vorliegen. Während manche Betroffene keinerlei Beschwerden verspüren, kann ein Paukenerguss bei anderen zu Hörminderungen oder Gleichgewichtsstörungen führen. Unabhängig davon ist es wichtig, die Ursache genau abklären zu lassen.
Besteht ein Paukenerguss seit weniger als drei Monaten und treten keine spürbaren Symptome auf, empfehlen Ärzte in der Regel eine erneute Kontrolle nach vier bis sechs Wochen. In vielen Fällen bildet sich der Erguss in diesem Zeitraum von selbst zurück. Bei Kindern gilt jedoch besondere Vorsicht. Vor allem bei sehr jungen Kindern oder bei einem erhöhten Risiko für Sprach oder Entwicklungsverzögerungen sollte nicht zu lange abgewartet werden.
Hält der Paukenerguss länger als drei Monate an, raten Ärzte zu einem zusätzlichen Hörtest. Die Ergebnisse dieses Hörtests werden in einem sogenannten Audiogramm dargestellt. Ein unauffälliges Ergebnis, zumindest auf einem Ohr, wird dabei als positives Zeichen gewertet.
Ablauf und Durchführung der Tympanometrie
Entgegen einer häufigen Annahme ist die Tympanometrie kein Hörtest. Sie dient vielmehr dazu, die Energieübertragung über das Mittelohr zu beurteilen. Konkret misst das Tympanometer, wie durchlässig oder nachgiebig das Trommelfell auf unterschiedliche Druckverhältnisse im äußeren Gehörgang reagiert.
Zu Beginn der Tympanometrie wird eine weiche Kunststoffsonde vorsichtig in den äußeren Gehörgang eingesetzt. Diese verschließt den Gehörgang luftdicht. Damit dies zuverlässig gelingt, stehen Sonden in verschiedenen Größen zur Verfügung, die individuell angepasst werden. Sobald die Sonde korrekt sitzt, misst das Tympanometer, wie sich der Schall durch das Mittelohr ausbreitet, während der Luftdruck im Gehörgang gezielt verändert wird.
Die beste Schallübertragung findet statt, wenn auf beiden Seiten eines gesunden Trommelfells der gleiche Luftdruck herrscht.
Die Messergebnisse der Tympanometrie können je nach Person und Befund unterschiedlich ausfallen. Ist das Mittelohr beispielsweise mit Flüssigkeit gefüllt, wird der Schall verstärkt zur Sonde zurückgeworfen, da das Trommelfell in seiner Beweglichkeit eingeschränkt ist. Befindet sich hingegen Luft im Mittelohr, wird die Schallenergie vom Trommelfell, den Gehörknöchelchen und den Strukturen des Innenohrs aufgenommen.
Bei einer Funktionsstörung der Eustachischen Röhre zeigt sich der höchste Messwert im Unterdruckbereich. Liegt ein Mittelohrerguss vor, ist der Energiefluss des Schalls in das Mittelohr vermindert, was sich in einem flachen Tympanogramm widerspiegelt. Die Tympanometrie liefert dadurch wertvolle Hinweise auf mögliche Veränderungen im Mittelohr.
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