Das Wichtigste in Kürze
- Brille und Hörgerät lassen sich in den meisten Fällen problemlos gleichzeitig tragen, wenn beide Hilfsmittel individuell angepasst sind.
- Welche Hörgerätebauform am besten geeignet ist, hängt nicht von der Brille allein ab, sondern vor allem vom Hörverlust, der Anatomie des Ohrs und den persönlichen Anforderungen.
- Auch die Wahl der Brillenfassung beeinflusst den Tragekomfort. Schmale, leichte Bügel und eine gut angepasste Brille erleichtern das Zusammenspiel mit dem Hörgerät.
- Treten Druckstellen, Verrutschen oder andere Beschwerden auf, können kleine Anpassungen an Brille oder Hörgerät den Tragekomfort oft deutlich verbessern.
Kann man Brille und Hörgerät gleichzeitig tragen?

Ja, eine Brille und ein Hörgerät lassen sich problemlos gleichzeitig tragen. Bei einer fachgerechten Anpassung beeinträchtigen sich beide Hilfsmittel in der Regel nicht. Millionen Menschen nutzen diese Kombination täglich, sei es im Beruf, in der Freizeit, beim Sport oder zu Hause.
Entscheidend ist, dass Brille und Hörgerät zu Ihrer individuellen Anatomie passen. Hinter jedem Ohr ist unterschiedlich viel Platz vorhanden. Auch die Form der Ohrmuschel, der Verlauf der Brillenbügel und die Größe des Hörgeräts beeinflussen, wie angenehm beide Hilfsmittel zusammen sitzen.
Bei manchen Menschen passen Brille und Hörgerät von Anfang an perfekt zusammen. In anderen Fällen sorgen bereits kleine Anpassungen für mehr Tragekomfort. Schmalere Brillenbügel, eine angepasste Bügelform oder ein kompakteres Hörsystem können dazu beitragen, dass beide Hilfsmittel bequem getragen werden können.
Wenn Druckstellen oder ein unangenehmes Tragegefühl entstehen, liegt das meist nicht daran, dass sich Brille und Hörgerät grundsätzlich ausschließen. Häufig ist lediglich die Kombination aus Brillenfassung, Hörgerätebauform und individueller Ohrform noch nicht optimal aufeinander abgestimmt.
Warum kann die Kombination anfangs ungewohnt sein?
Wer erstmals ein Hörgerät trägt, muss sich zunächst an das neue Gefühl am oder im Ohr gewöhnen. Wird zusätzlich eine Brille getragen, befinden sich gleich zwei Hilfsmittel im selben Bereich. Das kann anfangs ungewohnt sein, auch wenn objektiv kein starker Druck entsteht.
Bei Hinter-dem-Ohr-Hörgeräten verlaufen Hörgerät und Brillenbügel dicht nebeneinander. Vor allem breitere oder kräftigere Brillenbügel können den verfügbaren Platz hinter dem Ohr einschränken. Beim Kauen oder bei Kopfbewegungen kann es daher gelegentlich zu leichten Berührungen zwischen beiden Hilfsmitteln kommen.
Auch das Aufsetzen und Abnehmen erfordert zunächst etwas Übung. Manche Hörgeräteträger haben Sorge, das Hörgerät beim Abnehmen der Brille versehentlich mit herunterzuziehen. Mit der richtigen Technik und etwas Routine werden diese Handgriffe jedoch schnell zur Gewohnheit.
Während der Eingewöhnungsphase empfiehlt es sich, Brille und Hörgerät zunächst in ruhiger Umgebung gemeinsam zu tragen. Setzen Sie beide Hilfsmittel mehrmals auf und ab und achten Sie darauf, ob etwas drückt oder verrutscht. So können mögliche Probleme frühzeitig erkannt und behoben werden.
Leichte Berührungen zwischen Brillenbügel und Hörgerät sind in der Regel unproblematisch. Sollten jedoch Druckstellen, Hautreizungen, Schmerzen oder technische Störungen auftreten, empfiehlt sich eine erneute Anpassung. Wir von Hörhäusle Kohl unterstützen Sie dabei, damit Brille und Hörgerät dauerhaft angenehm zusammen getragen werden können.
Welche Hörgeräte eignen sich für Brillenträger?

Grundsätzlich können Brillenträger nahezu alle modernen Hörgerätebauformen nutzen. Welche Lösung am besten geeignet ist, hängt unter anderem von der Art und dem Grad des Hörverlusts, der Form des Gehörgangs, der Fingerfertigkeit und Ihren persönlichen Anforderungen ab. Entscheidend ist, dass das Hörgerät optimal angepasst wird und gemeinsam mit der Brille einen hohen Tragekomfort bietet.
Hinter-dem-Ohr-Hörgeräte
Hinter-dem-Ohr-Hörgeräte, kurz HdO-Hörgeräte, sitzen hinter der Ohrmuschel. Der Schall wird über einen dünnen Schlauch oder einen externen Hörer in den Gehörgang übertragen.
Diese Bauform ist leistungsstark, robust und eignet sich für viele verschiedene Hörverluste. Da das Hörgerät hinter dem Ohr getragen wird, verläuft es jedoch im selben Bereich wie der Brillenbügel.
Das bedeutet jedoch nicht, dass HdO-Hörgeräte für Brillenträger ungeeignet sind. Viele Menschen tragen beide Hilfsmittel problemlos gleichzeitig. Wichtig ist lediglich, dass hinter dem Ohr ausreichend Platz vorhanden ist und die Brillenbügel nicht unnötig breit oder schwer sind.
RIC- und RITE-Hörgeräte
RIC steht für „Receiver in Canal“, RITE für „Receiver in the Ear“. Bei diesen Hörsystemen befindet sich der Lautsprecher direkt im Gehörgang. Dadurch kann das Gehäuse hinter dem Ohr besonders klein und leicht gestaltet werden.
Ein dünnes Kabel verbindet das Gehäuse mit dem Hörer im Gehörgang. Aufgrund ihrer kompakten Bauweise sind RIC beziehungsweise RITE-Hörgeräte bei Brillenträgern besonders beliebt.
Das kleine Gehäuse benötigt nur wenig Platz hinter der Ohrmuschel. Viele Nutzer empfinden die Kombination mit einer Brille deshalb als besonders angenehm. Zudem sind diese Hörsysteme optisch sehr unauffällig.
Ob ein RIC- oder RITE-Hörgerät für Sie geeignet ist, hängt von Ihrem individuellen Hörverlust und den anatomischen Voraussetzungen ab.
Im-Ohr-Hörgeräte
Im-Ohr-Hörgeräte, kurz IdO-Hörgeräte, sitzen vollständig oder überwiegend im Gehörgang beziehungsweise in der Ohrmuschel. Hinter dem Ohr bleibt dadurch ausreichend Platz für den Brillenbügel.
Deshalb gelten IdO-Hörgeräte häufig als besonders komfortable Lösung für Brillenträger. In vielen Fällen lassen sich Brille und Hörgerät so sehr angenehm miteinander kombinieren.
Allerdings eignet sich diese Bauform nicht für jeden Hörverlust und nicht für jede Ohrform. Sehr kleine Hörgeräte erfordern zudem eine gewisse Fingerfertigkeit. Auch die Belüftung des Gehörgangs, die Ohrenschmalzproduktion und der persönliche Tragekomfort spielen bei der Auswahl eine wichtige Rolle.
Welche Brille eignet sich für Hörgeräteträger?
Nicht nur das Hörgerät beeinflusst den Tragekomfort. Auch die Wahl der Brillenfassung trägt dazu bei, dass beide Hilfsmittel bequem zusammen getragen werden können. Mit einer passenden Brille lassen sich Druckstellen vermeiden und der Sitz des Hörgeräts verbessern.
Schmale Brillenbügel bevorzugen
Schmale Brillenbügel benötigen weniger Platz hinter dem Ohr und lassen sich häufig leichter neben einem Hörgerät positionieren als breite Kunststoffbügel.
Besonders gut geeignet sind oft filigrane Metallbügel oder schmale Kunststoffbügel. Entscheidend ist jedoch nicht nur die Breite. Auch der Verlauf und die Krümmung der Bügel beeinflussen, wie angenehm Brille und Hörgerät zusammen sitzen.
Auf das Gewicht achten
Auch das Gewicht der Brille spielt eine wichtige Rolle. Schwere Fassungen können den Druck auf Ohren und Nasenrücken erhöhen. In Kombination mit einem Hörgerät wird dieser Druck teilweise stärker wahrgenommen.
Leichte Brillenfassungen aus Titan, dünnem Metall oder modernen Kunststoffen sorgen bei vielen Hörgeräteträgern für ein angenehmes Tragegefühl. Gleichzeitig sitzen sie häufig stabiler und verrutschen seltener.
Die Bügelform berücksichtigen
Idealerweise verläuft der Brillenbügel so, dass er nicht direkt auf dem Hörgerätegehäuse aufliegt. Oft kann ein Optiker die Bügelenden vorsichtig anpassen und so den Sitz der Brille weiter verbessern.
Je nach Modell verlaufen Brillenbügel unterschiedlich. Manche sind eher gerade geformt, andere umschließen das Ohr stärker. Welche Variante besser geeignet ist, hängt von der Position des Hörgeräts und Ihrer individuellen Kopfform ab.
Guten Halt sicherstellen
Damit Brille und Hörgerät optimal zusammen funktionieren, sollte die Brille sicher sitzen. Rutscht die Fassung regelmäßig nach vorne, bewegen sich auch die Brillenbügel hinter dem Ohr. Dadurch kann das Hörgerät berührt oder leicht verschoben werden.
Ein gut angepasster Sitz am Nasenrücken und korrekt eingestellte Bügel helfen dabei, solche Bewegungen zu reduzieren. Bei Metallfassungen können zusätzlich verstellbare Nasenpads den Tragekomfort verbessern.
Brille beim Hörakustiker mitbringen
Bringen Sie zur Hörgeräteanpassung möglichst die Brille mit, die Sie im Alltag am häufigsten tragen. Wenn Sie mehrere Brillen nutzen, beispielsweise eine Alltagsbrille, eine Lesebrille und eine Sonnenbrille, empfiehlt es sich, alle wichtigen Modelle zum Termin mitzubringen.
So kann direkt geprüft werden, ob das Hörgerät mit jeder Brillenfassung bequem sitzt. Da sich schmale Lesebrillen und Sonnenbrillen mit breiteren Bügeln unterschiedlich verhalten können, lässt sich die Anpassung gezielt auf Ihre persönlichen Anforderungen abstimmen. Wir von Hörhäusle Kohl nehmen uns dafür Zeit und sorgen dafür, dass Brille und Hörgerät optimal zusammenpassen.
Wann sollte man den Hörakustiker aufsuchen?

Brille und Hörgerät lassen sich in den meisten Fällen problemlos gemeinsam tragen. Treten jedoch Beschwerden auf oder verändert sich der Sitz eines der beiden Hilfsmittel, empfiehlt sich eine Überprüfung durch den Hörakustiker.
Eine Kontrolle ist insbesondere sinnvoll, wenn:
Auch ohne akute Beschwerden sind regelmäßige Servicetermine empfehlenswert. Dabei werden die Hörgeräte gründlich gereinigt, Verschleißteile bei Bedarf ausgetauscht und die Einstellungen überprüft. So bleibt Ihr Hörsystem zuverlässig und komfortabel.





